|Rezension| Alles muss man selber falsch machen – Alena Schröder

von | Feb. 2, 2026 | 0 Kommentare

Ein Buch für alle, die heimlich noch auf das Erwachsensein warten

Verlag: dtv
Gebundene Ausgabe: 18,00 Euro
Ebook: 14,99 Euro
Erscheinungsdatum: 12.06.2025
Seiten: 224

„Ich wäre gern eine von denen, die sich ein Leben ohne Joggen gar nicht mehr vorstellen könne, die es ‘brauchen’, die ihre Laufschuhe mit in ihr Urlaubsgepäck stecken und sich nach einem miesen und stressigen Tag nicht einfach eine Packung Toffifee und eine Flasche Rotwein gönnen, sondern noch schnell ein paar Kilometer durch die Natur rennen. Ich möchte auch diese Euphorie und Freude empfinden, die dieser doch scheinbar so freudlose Sport bei so vielen hervorruft.“ (S.107f.)

Inhalt

Komplizierte Muttergefühle, skurrile Lieblingstiere, Angst vor der Brotschneidemaschine und die heilende Kraft des Popsongs: All diesen Themen (und natürlich vielen mehr) widmet sich Alena Schröder in dieser Sammlung ihrer besten Kolumnen. Der Alltag ist oft erstaunlich kompliziert – auch für Bestsellerautorinnen: Die schönsten Texte von Alena Schröder.

Für alle, die manchmal nicht fassen können, dass sie jetzt die Erwachsenen sind und alles selber falsch machen müssen. Heiter, klug, nachdenklich und oft einfach sehr lustig. 

Mein Eindruck

Es war der Satz im Klappentext “Für alle, die manchmal nicht fassen können, dass sie jetzt die Erwachsenen sind und alles selber falsch machen müssen.” und die Tatsache, dass “Alles muss man selber falsch machen” an meinem Geburtstag erschienen ist, die bereits erahnen ließen, dass dieses Buch genau das richtige für mich sein könnte.. Und spätestens nach dem Satz “Kann bitte ein Erwachsener übernehmen, der weiß wie die Dinge laufen und wie das Leben funktioniert?” im Vorwort war klar: Das ist MEIN Buch. Denn wie oft denke ich mir “Ich bin zwar fast 40, Mutter zweier Kinder, Vollzeit berufstätig usw., aber ich bin doch nicht erwachsen! Das muss sich doch irgendwie anders anfühlen?!”

Es ist tatsächlich das erste Buch von Alena Schröder, das ich gelesen habe, obwohl ihr Debütroman „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ schon seit einiger Zeit in meinem Bücherregal steht. Nach dieser Lektüre kann ich allerdings sagen: Ich bin Fan. Und ich möchte nun ganz unbedingt sowohl ihren Debütroman als auch die folgenden Romane lesen.

Bei „Alles muss man selber falsch machen“ handelt es sich nicht um einen Roman, sondern um eine Sammlung bereits veröffentlichter Kolumnen. Das schöne, kleine Hardcover ist handlich und damit perfekt für „zwischendurch“ – ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann. Enthalten sind 52 Kolumnen, die sich ganz unterschiedlichen Alltagsthemen widmen. Viele dieser Themen haben mich sofort abgeholt, weil sie so wunderbar vertraut sind: die Angst vor der Brotschneidemaschine (Ja! Dieses Monster!), der Wunsch endlich eine Sportart zu finden, die man länger als 15 Minuten erträgt, eine tiefe Abneigung gegen Gardinen oder die schlichte Unfähigkeit, Balkonpflanzen auch nur eine einzige Saison lang am Leben zu halten. Das Foto zum Beitrag ist übrigens eine Hommage an einen meiner Lieblingstexte aus dem Buch “Ich bin’s, der Pflanzentod!”, weil…man ahnt es…ICH bin der Pflanzentod!

Alena Schröders Kolumnen sind kurzweilig, sehr humorvoll, klug und dabei herrlich selbstironisch. Sie trifft dieses diffuse Gefühl des „Erwachsenseins wider Willen“ erstaunlich präzise – mit viel Witz und Wärme. Für mich ist das die perfekte Mischung.

Mein Fazit:

„Alles muss man selber falsch machen“ ist ein Buch für alle, die sich im Alltag regelmäßig fragen, wie es sich eigentlich anfühlt dieses “Erwachsensein”. Mit viel Humor, Selbstironie und klugen Beobachtungen schafft Alena Schröder Texte, in denen man sich wieder erkennt, ertappt fühlt und herzlich lachen muss. Ein ideales Buch für kurze Lesemomente, das gleichzeitig erstaunlich lange nachhallt.

Vielen Dank an dtv für dieses Rezensionsexemplar.
 
 
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