Ich bin nicht süchtig. Ich könnte jederzeit aufhören.
Lass mich nur kurz dieses Kapitel zu Ende lesen.|Rezension| Alles muss man selber falsch machen – Alena Schröder
Ein Buch für alle, die heimlich noch auf das Erwachsensein warten
„Ich wäre gern eine von denen, die sich ein Leben ohne Joggen gar nicht mehr vorstellen könne, die es ‘brauchen’, die ihre Laufschuhe mit in ihr Urlaubsgepäck stecken und sich nach einem miesen und stressigen Tag nicht einfach eine Packung Toffifee und eine Flasche Rotwein gönnen, sondern noch schnell ein paar Kilometer durch die Natur rennen. Ich möchte auch diese Euphorie und Freude empfinden, die dieser doch scheinbar so freudlose Sport bei so vielen hervorruft.“ (S.107f.)
|Rezension| Es könnte so einfach sein – Anne Handorf
Wenn eine gute Idee zu viel auf einmal will
„Es gehört zu den Merkwürdigkeiten unseres Lebens – wie kurz oder schön, wie glitzernd oder diesig es auch verlaufen sein mag-, dass wir nie wissen können, ob der Schneemann, den wir gerade gebaut haben, der letzte Schneemann unseres Lebens gewesen sein soll.“ (S.229)
|Rezension| Unter anderen Umständen – Verena Teke
Wenn Hoffnung zur täglichen Zumutung wird
„Ich gehe wortlos an der Anmeldung vorbei, werde aber von der Sprechstundenhilfe, mit der ich vorhin telefoniert habe, aufgehalten. ‘Frau Wiener, ich habe gerade gesehen, dass Sie die aktualisierte Datenschutzerklärung noch nicht unterschrieben haben.’ Sie schiebt mir ein Blatt über den Tresen und reicht mir einen Kugelschreiber. (…) Ich schaue sie fassungslos aus meinen geröteten Augen an, aber sie verzieht keine Miene. Ich umklammere den Kugelschreiber fest und stelle mir vor, wie ich ihn ihr in ihr Herz ramme, dann unterschreibe ich. Sie wünscht mir lächelnd einen schönen Tag.“ (S.109)
|Rezension| Menomorphosen – Jule Ronstedt
Verwandlungen in der Lebensmitte
„’Seien Sie achtsam mit sich’, hatte die Ärztin gesagt. ‘Gehen Sie in die Natur, ernähren Sie sich gesund, vermeiden Sie Stress.’ Das ist leicht gesagt. Mein Leben ist kein Wellnessurlaub, den ich im Preisausschreiben gewonnen habe, und meine Umzugskiste leider nicht die Mary-Poppins-Tasche, aus der ich alles hervorzaubern kann, was ich gerade bräuchte: Kohle, Spezialtherapien, Wohnungen mit Terrasse, Flugtickets zu meinem studierenden Sohn in Mailand oder einen neuen, hübschen Busen.“ (S.60f.)
|Rezension| Schwiegermutter – Moa Herngren
Schwiegermutter: Ein Roman, der Urteile zerlegt
„Wo war der Schmerz geblieben? Ich hatte gehofft, er würde sich verhalten wie Kompost, sich allmählich zersetzen und eins mit der Natur werden. Aber er erinnerte mehr an Atommüll, der auch hundert Jahre nach der Versiegelung des Endlagerbehälters nichts von seiner Radioaktivität einbüßt.“ (S.155)
|Rezension| Da, wo ich dich sehen kann – Jasmin Schreiber
Literatur gegen das Wegsehen: „Da, wo ich dich sehen kann“
„Trauer hat die unangenehme Eigenschaft, einen einzukapseln und irgendwie abzuspalten von allen anderen. Es ist ein zutiefst persönliches Gefühl, das eine Art unsichtbare Membran um einen zieht. Man kann die anderen zwar sehen, kann sie auch durch die Membran berühren, aber nicht wirklich.“ (S.179)
|Rezension| Maya und Samuel – Franziska Fischer
Was bleibt, wenn Worte fehlen…
„Das mit dem Eingraben habe ich probiert, das mit dem Nichtstun auch, doch beides zieht mich nur tiefer. Je mehr Dunkelheit mich umgibt, desto dichter wird sie, so einfach ist das, das Leben wartet nicht auf mich, gar nichts wartet auf mich, wenn ich nur den Tagen dabei zusehe, wie sie vergehen.“ (S.107)











