Ich bin nicht süchtig. Ich könnte jederzeit aufhören.

Lass mich nur kurz dieses Kapitel zu Ende lesen.

|Rezension| Logbuch eines unbarmherzigen Jahres – Connie Palmen

Die Offenbarung eines Trauerprozesses

Verlag: Diogenes
Taschenbuch: 10,90 Euro
Ebook: 9,99
Originaltitel: Logboek van een onbarnhartig jaar
Übersetzung: Hanni Ehlers
Ebook: 15,99 Euro
Erscheinungsdatum: 30.04.2014
Seiten: 304

„In der Allgegenwart eines Abwesenden zu leben ist ein Zustand der Zerrissenheit und Benommenheit, der dir die Vertrauenswürdigkeit nimmt, weil niemand dir diese Doppelung ansieht, weil sich niemand vorstellen kann, dass du ununterbrochen von dem begleitet bist, was andere nur hin und wieder erfahren, ganz kurz, in einer aufblitzenden Erinnerung, einem Stich des Vermissens, einem unvermittelt zuschlagenden Schmerz und Unglauben. Es ist eine permanent anwesende Vergangenheit, die das Heute, durch das du dich Stunde für Stunde hindurchbeißt, unwirklich macht. Du atmest, du redest, du tust, als seiest du normal, aber wie der Tote bist du da und doch nicht da.“ (S.77f.)

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|Rezension| Trennungen, Verbrennungen – Helmut Krausser

So geht intelligenter Humor!

Gebundene Ausgabe: 22,00 Euro
Ebook: 18,99 Euro
Erscheinungsdatum: 19.03.2019
Seiten: 256

„An diesem Sonntag wurde Leo bewußt, daß sich eine gute Beziehung gar nicht so sehr im Bett wie vor dem Fernseher entscheidet. Irgendwann, überlegte er, werden die Kompromisse auf dem Mittelweg zuviel. Eine Begeisterung, die man mit dem Partner nicht teilen kann, schrumpft, wenn man sie quasi in sich hineinfressen muß. Sie liegt dann schwer im Magen, und statt Euphorie stellt sich das Gefühl ein, nicht verstanden, nicht beachtet werden.“ (S.151)

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|Rezension| All das zu verlieren – Leila Slimani

Schockierend ehrlich und verdammt gut

Verlag: Luchterhand
Übersetzung: Amelie Thoma
Originaltitel: Dans le jardin de l’ogre
Gebundene Ausgabe: 22,00 Euro
Ebook: 17,99 Euro
Erscheinungsdatum: 13.05.2019
Seiten: 224
Weiterer Titel der Autorin: Dann schlaf auch du

„Weit weg von Paris, in einem kleinen Haus in der Provinz, würde sie dem entsagen, was sie ihrer Ansicht nach wirklich ausmacht, ihrem wahren Wesen. Das, was, eben weil niemand es kennt, ihre größte Herausforderung ist. Wenn sie diesen Teil von sich aufgibt, wird sie nur nich das sein, was alle sehen. Eine Oberfläche ohne Grund und ohne Kehrseite. Ein Körper ohne Schatten.“ (S.130)

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|Rezension| Das schönste Wort der Welt – Margaret Mazzantini

Wie sehr dieser romantische Titel doch täuscht!

Verlag: Dumont
Originaltitel: Venuto al mondo
Übersetzung: Karin Krieger
Taschenbuch: 12,00 Euro
Ebook: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 31.01.2019
Seiten: 702

„Ich schwamm auf dem Schmerz. Eine dünne Membran hielt mich an der Oberfläche. Wie diese Insekten, die auf den Blättern von Wasserpflanzen leben, habe ich keinerlei Bodenkontakt.“ (S.587)

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