Ich bin nicht süchtig. Ich könnte jederzeit aufhören.
Lass mich nur kurz dieses Kapitel zu Ende lesen.|Rezension| Da, wo ich dich sehen kann – Jasmin Schreiber
Literatur gegen das Wegsehen: „Da, wo ich dich sehen kann“
„Trauer hat die unangenehme Eigenschaft, einen einzukapseln und irgendwie abzuspalten von allen anderen. Es ist ein zutiefst persönliches Gefühl, das eine Art unsichtbare Membran um einen zieht. Man kann die anderen zwar sehen, kann sie auch durch die Membran berühren, aber nicht wirklich.“ (S.179)
|Rezension| Maya und Samuel – Franziska Fischer
Was bleibt, wenn Worte fehlen…
„Das mit dem Eingraben habe ich probiert, das mit dem Nichtstun auch, doch beides zieht mich nur tiefer. Je mehr Dunkelheit mich umgibt, desto dichter wird sie, so einfach ist das, das Leben wartet nicht auf mich, gar nichts wartet auf mich, wenn ich nur den Tagen dabei zusehe, wie sie vergehen.“ (S.107)
|Rezension| Evil Grandma – Line Baugstø
Evil? Maybe. Unterhaltsam? Auf jeden Fall.
„Frauen, die der Generation unter ihr angehören, kommen sich vor wie auf dem Abstellgleis, weil sie nicht mehr fruchtbar, feminin und verführerisch sind. Sobald die Schleimhäute eintrocknen und die Haut ihre jugendliche Spannkraft verliert, hätten sie das Gefühl, als wäre ihr Leben vorbei, erklären sie im Radio und in der Zeitung. Sie haben vielleicht noch die Hälfte ihres Lebens vor sich, doch plötzlich scheint ihnen niemand mehr Respekt entgegenzubringen (…). Hinzu kommen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Gelenkschmerzen, eine verminderte Libido (…). Kein Wunder, dass sie rasend vor Wut sind. Frauen in den Wechseljahren haben ein Recht darauf, eine Furie zu werden.“ (S.47)
|Rezension| Die Unbußfertigen – Elina Penner
Digitaler Spiegel, scharf geschliffen: Die Unbußfertigen
„Die Vergänglichkeit, die eigene Sterblichkeit, das eigene Ende hatte kein Mensch mit Mitte 20 im Kopf. Aber mit Ende 30? Es wurde greifbarer, dank Fehlgeburten, toten Eltern, längst beerdigten Großeltern und den ersten Freundinnen mit einer Krebsdiagnose. Zwischen schlaflosen Nächten, eingefrorenen Eizellen, tobenden Kleinkindern in der Autonomiephase und bockigen Grundschulkindern, die es trotz Mozart im Bauch und Holzspielzeug im Kinderzimmer nicht geschissen kriegten, ein Buch zu lesen.“ (S.55)
|Rezension| Liaisons – Celine Robert
Typisch französisch: clever, sinnlich, charmant
„(…) solange die Dämonen nur leise knurren und sie nicht am Atmen hindern, begegnet sie diesen unbedeutenden Symptomen mit Verachtung. The show must go on.“ (S.140)
|Rezension| Zeit ihres Lebens – Dirk Gieselmann
Ein perfekter Roman für den Herbst!
„Man ist nie nur der Mensch, der man jetzt gerade ist, man ist auch immer der, der man mal war, und sogar der, der man nie sein konnte. Nichts geht je vorbei, nicht mal das Ungeschehene(…)“ (S.23)
|Rezension| All the other mothers hate me – Sarah Harman
“All the other mothers hate me” – der Titel ist Programm!
„’Dylan’, rufe ich, ‘aufstehen! Du kommst noch zu spät!’ Mein Sohn taucht vollständig bekleidet samt St.-Angeles-Kappe und Schlips in meiner Zimmertür auf. ‘Haha, sehr witzig, Mum.’ Er verdreht die Augen und drückt mir eine gekühlte Dose Red Bull in die Hand. Ich nehme einen Schluck. Sobald wir unser Morgenritual hinter uns haben, ziehe ich mir die warme Decke über den Kopf.“ (S.10)











