|Rezension| New York Diaries. Sarah – Carrie Price

von | Feb 11, 2017 | Rezension | 0 Kommentare

Setting: New York, Thema: Musik = guter Roman

Verlag: Knaur
Taschenbuch: 9,99 Euro
Ebook: 9,99 Euro
Erscheinungsdatum: 10.01.2016
Seiten: 352

„Er hält mich diese berühmte Sekunde zu lange fest. Das ist immer ein gutes Zeichen. Keine flüchtige, halbherzige Umarmung, aber auch kein Klammergriff eines übermüdeten Pandas kurz vor dem Absturz.“ (S.98)

Worum geht´s?

Im Herzen von New York City steht das Knights Building, ein ziemlich abgelebtes Wohnhaus. Etwas schäbig und daher nicht ganz so teuer, ist es perfekt für junge Leute, die hungrig auf das Leben sind.
Sarah Hawks lebt schon lange im Knights, und obwohl nichts darauf hoffen lässt, dass ihr großer Traum in Erfüllung geht, hält sie stur daran fest: Musikjournalisten mag es viele geben, aber niemand hat so ein Gespür für Musik wie sie. Dann lernt Sarah bei einem Konzert in einem kleinen Club den Sänger Will Brown kennen. Normalerweise trennt sie sauber zwischen Arbeit und Privatleben, doch diesmal stolpert sie Herz über Kopf in unbekannte Gefühlswelten.

Cover und Titel

Ich kann hier nur wiederholen, was ich bereits beim ersten Band der „New York Diaries“ schrieb, da sich beide Cover nur durch eine Farbe und den Namen der Protagonistin unterscheiden. Die Idee die Skyline der Stadt in ihrem Schriftzug abzubilden, finde ich großartig. Durch die großen Lettern, die im Fokus des Covers stehen, wird man als New York Fan natürlich automatisch angefixt. Damit ist der Schauplatz der Geschichte sogleich offensichtlich und durch den Zusatz „Sarah“ wird auch gleich deutlich, dass es sich um einen Roman aus der Sicht einer Frau handelt und das es vermutlich mehrere Bände gibt. Der schwarze Hintergrund verleiht dem Ganzen außerdem eine gewisse Eleganz. Damit heben sich die „New York Diaries“ nicht nur durch den Titel sondern auch durch ihr Cover ganz klar ab von den üblichen Frauenromanen mit küssenden Protagonisten als Covermotiv. Dass der zweite Band nun in einem munteren pink erstrahlt, passt meines Erachtens sehr gut zu dieser aufgeschlossenen und optimistischen Protagonistin.

Mein Eindruck

Im zweiten Band der New York Diaries dreht sich alles um die musikbegeisterte Sarah, die wie auch schon Claire aus Band 1 im etwas heruntergekommenen Knights Building lebt und in New York auf den großen Durchbruch hofft. In Sarahs Fall wäre das der Durchbruch als Musikjournalistin. Ihre Leidenschaft über Musik zu Schreiben lebt sie bisher in einem Musikblog aus – ein Detail, durch das ich (als Buchbloggerin) mich ihr natürlich von Beginn an verbunden fühle.

Überhaupt ist ihre große Liebe zur Musik im Buch stets präsent, sei es durch die Kapitelüberschriften, die einzelne Songtitel tragen, ihre Blogbeiträge, die teilweise zitiert werden oder einzelne Songtexte, die eine Rolle spielen. Diese Thematik zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und gipfelt in einem musikalischen Höhepunkt, der zugegebenermaßen etwas kitschig ist, aber trotzdem zu Herzen geht.

Ebenfalls eine große Rolle spielt das Setting an sich, was in Anbetracht des Titels nun wahrlich nicht verwunderlich ist. Die „New York Diaries“ sind eben nicht nur unterhaltsame Liebesromane, sondern vor allem auch eine Huldigung dieser eindrucksvollen Stadt mit ihrem besonderen Charme. Immer wieder werden einzelne Plätze der Stadt oder typische Gegebenheiten beschrieben, die den Leser mitten in die Metropole hinein katapultieren.

Was ich an den Büchern der Autorin so mag- egal ob sie als Carrie Price oder Adriana Popescu schreibt – sind ihre Figuren, die stets authentisch sind, mit Stärken, Schwächen und vor allem viel Leidenschaft für das was sie tun oder den, den sie lieben. Sarah träumt davon bei einem großen Musiklabel zu arbeiten und als dieser wahrgewordene Traum zum Alptraum mutiert, muss sie sich neu sortieren. Diesen Entwicklungsprozess in einem solchen Format eines typischen Frauenromans glaubhaft darzustellen, ist keine leichte Aufgabe, die die Autorin aber bravourös meistert. Mit gewohntem Popescuschen Humor und der perfekten Mischung aus Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit lässt sie den Leser tief in das Innerste der Protagonistin blicken und einfühlen.

Natürlich gibt es neben der Liebe zur Musik und zu New York auch noch eine Liebe zu einem Mann, um genauer zu sein zu zwei Männern. Dieses „Wer wird wohl ihr Herzblatt sein?“ ist insofern unterhaltsam als dass tatsächlich beide Herren – so unterschiedlich sie auch sind – ihren Reiz haben. Meistens ist ja immer einer klar der „Bösewicht“ und auch wenn man hier ähnliche Tendenzen vermutet, überrascht die Autorin den Leser mit zwei interessanten Charakteren, die es beide verdient hätten, Sarahs Herz zu erobern.

Ebenfalls noch hervorheben möchte ich die Tatsache, dass man die Bände der New York Diaries unabhängig voneinander lesen kann, die einzelnen Protagonistinnen sich in den Geschichten aber „wiedertreffen“ – diese kleine Verbindung der Bücher gefällt mir sehr.

Mein Fazit:

Der zweite Band der „New York Diaries“ ist nicht nur feinste, turbulente Unterhaltung, sondern auch eine Hommage an die Stadt, die niemals schläft und an gute Musik und deren Wirkung. Sarahs abenteuerlichen Erlebnissen bei der Verwirklichung ihres beruflichen Traumes und der Wahl von Mr. Right sind diese Reise nach New York – die noch dazu nur 9,99 Euro kostet – definitiv wert.

 

Vielen Dank an den Knaur Verlag für dieses Rezensionsexemplar.
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