|Rezension| Für dich würde ich sterben – F. Scott Fitzgerald

von | Sep 15, 2017 | 0 Kommentare

Nicht der beste Einstieg in Fitzgeralds Werke

Herausgeber: Anne Margaret Daniel
Übersetzung: Gregor Runge, Andrea Stumpf, Melanie Walz
Gebundene Ausgabe: 25,00 Euro
Ebook: 19,99 Euro
Erscheinungsdatum: 11.04.2017
Seiten: 496

Worum geht´s?

Eine literarische Sensation. Neu entdeckte Erzählungen von F. Scott Fitzgerald.
Der Traum von Ruhm und Geld, das Streben nach persönlichem Erfolg, die Mystifikation der Frau und der Liebe, rauschende Partys, Höhenflüge und Abstürze ins Bodenlose – das waren die Themen seines Lebens und seines Werks. Am Ende hatte F. Scott Fitzgerald, der umschwärmte Erfolgsautor, sein Publikum verloren. Kaum einer erinnerte sich an ihn, einen der bestbezahlten Story-Schreiber der zwanziger Jahre.
Und kaum eine Zeitschrift wollte seine Erzählungen drucken. Man erwartete noch immer Geschichten über junge Liebende von ihm. Aber Fitzgerald wollte sich nicht beschränken. Änderungsvorschläge lehnte er meist ab. So blieben viele Erzählungen bis heute unveröffentlicht. Nun erscheinen sie endlich: 14 abgeschlossene Storys, drei Filmskizzen und ein Fragment – im unnachahmlichen Fitzgerald-Ton. Eine literarische Wiedergutmachung.

Cover und Titel

Das nostalgische, strahlend blaue Cover von “Für dich würde ich sterben” war zusammen mit dem zugegebenermaßen sehr schwülstigen Titel der Grund, warum ich mich erstmals an ein Buch des berühmten F. Scott Fitzgerald gewagt habe. Die Kombination aus der schwarz-weißen Abbildung eines Paares und dem leuchtend blauen Hintergrund ist geschmackvoll sowie dem Alter und Inhalt des Werkes entsprechend. Der Titel lässt erahnen, dass die Liebe in Fitzgeralds Kurzgeschichten keine unbedeutende Rolle spielt.

 

Mein Eindruck

Asche auf mein Haupt, aber bisher kannte ich Fitzgerald und dessen Werke nur vom Hören Sagen. “Für dich würde ich sterben” sollte mein Einstieg in sein Œuvre sein, weil mich der höchst dramatische Titel und die Tatsache, dass es sich um eine Kurzgeschichtensammlung handelt. angesprochen haben. Eventuell hätte mich die Tatsache, dass es sich bei diesen Geschichten um “neu entdeckte” Erzählungen handelt, skeptisch machen sollen. Es sind allerdings laut Aussage des Verlages keine Geschichten, die der Autor in der Schublade versteckte, weil er sie schlecht fand, sondern solche, die nach seiner ruhmreichen Zeit, nämlich in der Mitte der 30er Jahre, entstanden.

Ich hatte keine großen Erwartungen an dieses Buch, aber an seinen Autor, der ja nicht ohne Grund Weltruhm erlangte. Und so war ich spätestens nach 100 gelesenen Seiten ziemlich ernüchtert: Was genau zeichnet Fitzgerald aus? Gibt es einen verborgenen Sinn hinter den Geschichten, den ich bloß nicht erkenne? Bin ich zu weit weg vom damaligen Zahn der Zeit? Bin ich zu sehr an moderne Kurzgeschichten gewöhnt, hinter denen meist eine Moral steckt, die oft etwas düster sind und den Leser mit einem überraschenden Ende zurücklassen?

Fakt ist: Auf all diese mir vertrauten Elemente wartete ich bei Fitzgerald vergeblich. Die meisten Erzählungen empfand ich als nett zu lesen, aber das war’s dann leider auch schon. Mir erschien das Gelesene als größtenteils belanglos und nichtssagend. Auch sprachlich konnte mich der große Fitzgerald nicht überzeugen, was sich allein daran zeigt, dass ich nicht eine Textstelle im Buch markiert habe. Sein Erzählstil ist eher nüchtern und besteht vorwiegend aus wörtlicher Rede und aneinandergereihten Hauptsätzen.

Positiv aufgefallen sind mir allerdings die weiblichen Charaktere in den einzelnen Erzählungen. Diese stattet der Autor nämlich größtenteils mit einem für seine Zeit ungewöhnlichen Selbstbewusstsein aus, was sehr erfrischend zu lesen ist und womöglich aber auch ein Grund war, warum die Geschichten damals von Redakteuren und Verlegern abgelehnt wurden.

Mein Fazit:

Wahrscheinlich war es nicht die beste Idee mit Fitzgeralds bisher unveröffentlichten Geschichten zum Kennenlernen seines Werkes zu starten. Die Geschichten lesen sich zwar leicht, aber mir fehlte bis zuletzt deren Reiz bzw. Mehrwert. Auch sprachlich konnten sie mich aufgrund des sehr einfachen Schreibstils nicht überzeugen. “Für dich würde ich sterben” wird trotzdem nicht mein letztes Buch des Autors gewesen sein, denn nach wie vor reizt mich seine Berühmtheit und ich würde gern herausfinden, wodurch er sich diese verdient hat.

 

Vielen Dank an Hoffmann & Campe für dieses Rezensionsexemplar.
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