Ich bin nicht süchtig. Ich könnte jederzeit aufhören.
Lass mich nur kurz dieses Kapitel zu Ende lesen.|Rezension| Der andere Mann. Die große Liebe der Simone de Beauvoir – Katja Kulin
Manchmal reicht Liebe allein nicht…
„Und manchmal, wenn er kurz vor dem Wegdämmern war, müde vom Tag und ein bisschen betrunken, dann sprach er zu ihr wie zu sich selbst: leise, verträumt und wie aus der Ferne, manchmal schnell und verwaschen, manchmal mit langen Pausen zwischen den einzelnen Wörtern. Diese Momente gaben ihr das Gefühl einer Intimität, die sich mit keinem Sex der Welt erreichen ließ. Dann schlichen sich dumme Gedanken wie dieser in ihr Herz: So müsste es immer sein.“ (S.278)
|Rezension| Daheim – Judith Hermann
Sprachlich herausragend!
„Mein Erinnerungsvermögen ist gering. Ich erinnere mich halbwegs an Situationen, die eine kurze Zeit zurückliegen, was vor langer Zeit geschehen ist, habe ich in Einzelheiten fast vergessen. Ich erinnere mich nicht an Details, eher an Stimmungen, Jahreszeiten, an Licht oder Temperatur. (…) Ich habe diese oder jene Geschichte gelesen, habe sie mit Liebe gelesen, ich könnte sie inhaltlich kaum wiedergeben. (…) Ich weiß trotzdem genau, wie ergriffen und getröstet ich von dieser Geschichte gewesen bin.“ (S.58)
|Kinderliteratour| Der kleine Waschbär Waschmichnicht – Britta Sabbag/ Igor Lange
Igor Lange – godfather of illustrations
Seiten: 32
|Rezension| Die Harpyie – Megan Hunter
Spannendes Psychogramm einer betrogenen Frau
„Wir lebten alle in unserer eigenen Version von Elternwelt, einem Ort, an dem nichts geschah. Wir streamten Serien, um uns zu erinnern, wie sich ein Leben anfühlte, in dem etwas passierte, in dem eine einzige Nacht das Leben völlig auf den stellen konnte. In unserer Welt waren Babys passiert, das war zumindest etwas. Aber kaum eine von uns hatte noch Babys oder auch nur ein Kleinkind, und wenn wir über diese Zeit sprachen, dann mit jener stillen Andacht, mit der die Alten über den Krieg sprachen, uns wurden die Augen feucht, wenn wir an diese Atmosphäre zurückdachten, die Körperlichkeit des Atems, das amorphe Verschwimmen von Zeit und Raum.“ (S.115)
|Rezension| Gespenster – Dolly Alderton
Erwachsenwerden macht keinen Spaß!
„Auf dem Rückweg liefen wir händchenhaltend, was ich seit meiner Studienzeit mit Joe nicht mehr getan hatte. Ich fühlte mich in eine Ära der Freuden und Verheißungen zurückversetzt. Ich war wieder ein Teenager, nur mit Selbstbewusstsein, eigenem Gehalt und ohne feste Zeit, zu der ich zu Hause sein musste. Die Möglichkeit eines Zweitlebens mit Max tat sich auf – ein Leben, das parallel zu meinem Alltag verlief (…) Während Max’ Wärme durch meine Hand in meinen Körper kroch, fühlte ich mich, als hätte ich einen Abwesenheitsassistenten eingeschaltet. Die Wirklichkeit konnte sich anstrengen, so viel sie wollte, sie konnte Mails und Nachrichten schreiben und anrufen – solange ich mit Max zusammen war, würde sie mich nie erreichen.“ (S.94)
|Kinderliteratour| Kribbel Krabbel Schatz – Eric Carle
Ein Muss für Fans der “kleinen Raupe Nimmersatt”
Seiten: 144
|Rezension| Hard Land – Benedict Wells
Coming-of-age mit Nostalgie-Charme
„(…) Trauer ist kein Sprint, Trauer ist ein Marathon. Und auf dieser Strecke gab es Stellen, an denen es besser lief, und andere, an denen ich kaum Luft bekam.“ (S.274)











